Kräuter im Garten

Wie man sie dekorativ in Szene setzen kann

09.03.2008 Andrea Fettweis

Sie sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch vielseitig anwendbar: als Gewürze in der Küche, Heiler bei Krankheiten oder duftender Schmuck im Haus.

Kräutergärten wurden schon in frühgeschichtlicher Zeit wegen ihrer Vielfalt geschätzt und angelegt. Auch heute wird den Heil- und Küchenkräutern wieder gern ein Platz eingeräumt. Je nach Größe und Lage des Gartens kann jeder eine Form finden, in der man Kräuter möglichst wirkungsvoll anpflanzen kann.

Formale Pflanzung

Wer es gern ordentlich hat, wird eine formale Anordnung bevorzugen. Suchen Sie sich ein Areal aus, auf dem Sie die Kräuter anlegen möchten. Unterteilen Sie es in mehrere kleine Quadrate, indem Sie kleine Wege anlegen. So erhalten Sie ein geometrisches Muster und können leichter an die Pflanzen heranreichen, wenn Sie sie pflegen oder pflücken wollen. Wer es streng mag, kann die einzelnen Beete mit niedrigem Buchs einfassen. Er muss allerdings regelmäßig geschnitten werden, damit er in Form bleibt. Natürlich können Sie sich auch an raffinierte Formen heranwagen und die Kräuter in einem komplizierten Muster farblich sortiert pflanzen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Unter den Wegen und der Einfassung sollten Sie eine spezielle Folie auslegen, damit sich das Unkraut in Grenzen und die Feuchtigkeit länger im Boden hält. Sie können die Folie auch komplett auf Ihr Beet legen und Ihre Planung darauf einzeichnen. Zum Einpflanzen brauchen Sie dann nur die Folie kreuzweise an den gewünschten Stellen einzuschneiden. Nach dem Pflanzen bedecken Sie die Plane mit Rindenmulch oder Kies. Das sieht gepflegt aus und schützt die Wurzeln der Kräuter vor Hitze.

Wege verzieren

Wenn Sie Kräuter eher als schmückendes Beiwerk in Ihrem Garten mögen, können Sie zum Beispiel die Fugen eines Wegs damit verzieren. Besonders unregelmäßig geschnittene Platten, die breitere Zwischenräume ermöglichen, sehen mit kriechenden Pflanzen sehr dekorativ aus. Entfernen Sie eventuell vorhandenen, alten Zement und füllen frische Erde ein, die Sie mit Sand und Kompost gemischt haben. Hier können Sie nun die Kräuter einsetzen oder auch einsäen. Dafür eigenen sich niedrige Formen von Minze, Thymian, Quendel, Kamille und Dost. Bei breiten Wegen oder Flächen können Sie auch die eine oder andere Platte ganz entfernen und den Bereich mit etwas höher wachsenden Kräutern ausfüllen.

Steingarten

Ein steiniger, sonniger Garten eignet sich hervorragend für einen mediterranen Kräutergarten. Lavendel, Rosmarin, Salbei, und Thymian bilden mit ihren blauen Blüten einen duftigen Kontrast zu hellen Steinen oder Geröll. Arrangieren Sie zunächst die Kräuter im Topf nach Ihrer Vorstellung auf dem Gelände und bringen Sie dann die Steine in Position. Größere Pflanzen sollten dabei hinter einem Stein gepflanzt werden, damit die Wurzeln feucht und kühl bleiben. Befindet sich Ihr Kräutergarten in Hanglage, achten Sie darauf, dass die großen Steine leicht schräg nach hinten in den Boden eingesetzt werden, damit das Regenwasser zur Pflanze hin fließen kann. Praktisch sind auch rohe Stufen, um besser an die einzelnen Kräuter heranzureichen. Sie werden allerdings besser auf einem Schotterfundament einzementiert, damit sie auch trittsicher sind. Vor die Stufen können Sie in einen schmalen Spalt auch wieder einige niedrige Kräuter pflanzen, um einen weichen Übergang zum bepflanzten Teil zu schaffen.

Die Kräuterspirale

Ein ganz besonderer Blickfang für den Garten ist eine Kräuterspirale. Sie sollte an einer windgeschützten Stelle gebaut werden und kann jede beliebige Größe haben, ja sogar begehbar sein. Die Kräuterbeete winden sich schneckenhausförmig einen aufgeschütteten Kegel hinauf und werden dabei durch Trockenmauern gestützt. Unter dieser Konstruktion muss mit Hilfe von Kies oder Schotter für eine gute Drainage gesorgt werden. Am Ende der Spirale im unteren Bereich kann man zusätzlich einen Teich einrichten und erhält so ein komplettes Biotop: Am höchsten Punkt der Spirale fühlen sich die Kräuter am wohlsten, die es lieber trockener und wärmer haben, in der Nähe des Wassers entwickeln sich die Feuchtigkeitsliebenden am besten. Die vielen Zwischenräume in der Mauer sind auch für Kleintiere ein idealer Lebensraum. Damit Ihnen dieses gärtnerische Kleinod gelingt, sollten Sie sich vorher gründlich informieren und sorgfältig planen!

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Thymian, Andrea Lübke Thymian
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