Anleitung zum Selbstbau einer Handspindel

Toy-Wheel-Spindle - aus Holz selber eine Hochwirtel-Spindel bauen

07.02.2010 Shermin Arif

Do it yourself: Garnspinnen mit der Handspindel als modernes Hobby - einfache Bauanleitung für eine Kopfspindel zum selber machen aus Holz.

Es gibt zahlreiche Spindelformen - Spinnen ist schließlich eine kulturbildende Tätigkeit, die sich auf allen Teilen unseres Planeten gebildet hat. Türkische Kreuzspindeln, Supportspindeln, Kopfspindeln (Hochwirtelspindel), Fußspindeln (Tiefwirtelspindel), indische Akha oder Takhli sind nur einige der bekannteren Spindeltypen.

DIY: Handspindel Marke Eigenbau

Es gibt viele Möglichkeiten dem Spinn-Virus zu frönen und Spindeln selbst zu bauen. Mit etwas Kreativität kann man fast alles zweckentfremden und meist sind die handgefertigten Spindeln vom Materialwert her günstiger als die gekauften. So kann man CDs als Wirtel nutzen, Spindeln mit Glas-, Ton- oder Holzperlen als Wirtel bauen oder der Bauanleitung für eine Fimo-Spindeln folgen. Diese sind schnell hergestellt, haben ein gutes Gewicht, lassen sich gut ausbalancieren und man kann sich in allen Farben und Formen herstellen. Wer mehr für natürliche Werkstoffe zu haben ist und sich auch an eine Bohrmaschine heranwagt greift eher zum Rohstoff Holz. Alle Einzelteile hierfür bekommt man in den unterschiedlichsten Ausführungen und Größen entweder im Baumarkt oder auch sehr günstig bei Internetauktionshäusern. Gut ausbalancierte selbstgebaute Spindeln aus Spielzeugrädern können sich in Laufeigenschaften und Spinnverhalten ohne weiteres mit den – zugegebenermaßen optisch durchaus wunderschönen – Edelspindeln von Herstellern wie Bosworth oder Golding messen.

Hochwirtelspindel oder Tiefwirtelspindel?

Die meisten Spinnanfänger empfinden das Spinnen mit einer Fußspindel, bei welcher der Wirtel unten am Schaft sitzt, anfänglich als etwas schwieriger. Natürlich entscheidet auch hier letztendlich die persönliche Vorliebe und Gewohnheit über die am meisten geliebte und genutzte Handspindel. Wer lieber eine Tiefwirtelspindel bauen möchte, lässt den Haken einfach weg, setzt den Wirtel ans untere Ende der Spindel und schnitzt oben eine Kerbe für den besseren Sitz des Garns.

Wieviel sollte die Spindel wiegen?

Beim Spinnen mit Handspindeln gilt Folgendes: man kann mit schweren Spindeln durchaus auch sehr dünne Garne spinnen, allerdings keine dicken Garne mit sehr leichten Spindeln. Der Drall des Garns würde sonst dazu führen, dass sich die Spindel von selbst wieder zurückdreht. Mit 20 g ist eine Spindel schon sehr leicht, wobei es auch noch leichtere gibt. Spindeln mit dem Gewicht von 30 – 50 g bilden ein gutes Mittelfeld, mit dem man dickere aber auch sehr feine Garne spinnen kann. Spindeln mit 60 – 80 g sind schon schwerere Exemplare – neben dem Spinnen eignen sich diese gut zum späteren Verzwirnen, weil hier eine große Menge Garn darauf passt.

Benötigtes Material zum Selbstbau einer Handspindel aus Holz (Gewicht ca. 40 g)

  • Rundholz aus dem Baumarkt (Durchmesser 8 mm)
  • Spielzeugholzrad (Durchmesser ca. 7 cm, Höhe ca. 1-1,5 cm)
  • Häkchen mit Gewinde (Alternativ: fester Draht, Vorbohrer, Sekundenkleber)
  • Bohrmaschine
  • Holzbohrer (Durchmesser 8 mm)
  • Anspitzer
  • Rundzange
  • Holzleim/Heißkleber
  • Säge
  • Feile

Bauanleitung für Hochwirtelspindel

  • Das Holzrädchen aufrecht im Schraubstock einspannen, die Bohrmaschine möglichst gerade und mittig ansetzen und das Loch bohren.

  • Das Rundholz mittels Säge auf circa 30 cm Länge kürzen. Ein Ende mit einem Bleistiftanspitzer anspitzen. So läuft die Spindel später auch noch weiter, wenn sie schon auf dem Boden aufgesetzt hat.

  • Den Wirtel mit sanfter Gewalt auf die nicht angespitzte Seite des Schafts schieben, so dass er ungefähr 2,5 cm herausragt.

  • Meist hält der Wirtel jetzt schon fest auf dem Schaft, dies ist auch praktischer, wenn man die Spindel mal auseinanderbauen möchte. Sitzt der Wirtel zu locker, kann man ihn mit Holzleim oder Heißkleber fixieren.

  • Das Häkchen mittig in den herausragenden Schaft bohren. Man kann den Haken mit Hilfe von einer kleinen Rundzange auch selbst aus stabilem Draht biegen, mit einem kleinen Handbohrer ein Loch vorbohren und ihn mit Sekundenkleber festkleben.

  • Gegenüberliegend zwei tiefe Kerben in den Wirtel feilen, hierauf läuft später das Garn, damit es nicht abrutscht.

  • Läuft die Spindel nach dem Probespinnen nicht ganz rund, kann man - mittels der Rundzange und sanftem Zurechtbiegen – noch „Hakentuning“ betreiben. Hierbei darauf achten, dass das Garn genau mittig durch den Haken läuft.

Tipps zum Bau der Handspindel aus Holz

Es ist sehr wichtig, dass das Loch, in welchem der Schaft später sitzt, wirklich mittig in der Scheibe des Wirtels sitzt und nicht schief gebohrt ist. Die Spindel läuft sonst später nicht wirklich rund. Spielzeugräder aus Holz haben den Vorteil, dass sie meist schon mittig vorgebohrt sind. Wenn man zu einem größeren Wirtel greift sollte man auch einen etwas dickeren Schaft nehmen. Beim Kauf des Rundholzes darauf achten unbehandeltes und unlackiertes Holz zu nehmen, damit der Schaft beim Andrehen der Spindel auch griffig genug ist. Für Menschen mit schwitzigen Händen sind Rundhölzer mit längs eingearbeiteten Rillen besonders praktisch. Nach dem Spindelbau kann man seine Spindel noch mit Acrylfarben bemalen und mit Glasperlen bekleben.

Der Artikel Anleitung zum Selbstbau einer Handspindel in Kreatives Gestalten unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Anleitung zum Selbstbau einer Handspindel ist Shermin Arif.
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